• monika sintram-meyer

WLAN – Ein MUSS in Pflege und Hospiz

Aktualisiert: Aug 17

Vor einem Jahr starb mein Stiefvater mit 94 Jahren auf der Pflegestation seiner Seniorenresidenz. Warum schreibe ich darüber? Was hat das mit dem Thema "digital" zu tun? Sehr viel; schreibe ich doch von den Nöten eines alten, modernen Mannes in der Endphase seines Lebens. Als er im Mai 2020 seine Wohnung aufgeben musste und in die Pflegestation umgezogen ist, beschwerte er sich dort. Nein, nicht die Betreuung war das Problem, sondern die fehlende WLAN-Verbindung. Er telefonierte mit seinem Smartphone, über das er auch kleine Artikel las. Er bat mich, dafür zu sorgen, dass er eine WLAN-Verbindung bekam. Schließlich wollte er auf seinem Tablet auch die abonnierte Zeitung lesen können. Man sagte mir am Telefon, dass es dort keine entsprechenden Leitungen gäbe. Ende Juni hatte er sich notgedrungen entschieden seine Wohnung zu kündigen. Sein Sohn und ich bekamen eine Besuchserlaubnis, die wegen Corona nicht einfach zu bekommen war. Es war wohl allen klar, dass dies der letzte Besuch sei. Während der Bahnfahrt – dort hatte ich WLAN – recherchierte ich mit meinem Tablet, welche Möglichkeiten des WLAN es gäbe. Ich fand einen mobilen Router bei seinem Telefonanbieter. Dieser war kaum größer als eine Streichholzschachtel, wird mit SIM-Karte geliefert und je nach Vertrag einer bestimmten monatlichen Datenmenge. Bei ihm angekommen wurde er bestellt, war am nächsten Tag da, wurde installiert und schon hatten Smartphone, Tablet, E-Book-Reader und sein Notebook eine WLAN-Verbindung. Das Foto zeigt ihn – zufrieden, wie man es in seiner Situation nur sein kann – an seinem Computertisch und auf seinem Bürosessel. 6 Tage vor seinem Tod.



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